Die Verlagswirtschaft im Umbruch
Die Entwicklung der Neuen Medien beinflusst in starkem Maße die klassischen Medien.
Der Druck auf TV- und Radiosendeanstaltungen wächst in gleichem Maße wie die Notwendigkeit klassischer Verlage, Druckereien und Buch- und Zeitschriftenhändler, sich auf neue Verhaltensmuster der Medienkonsumenten vorzubereiten.
Neue Medien
“Drei von vier Deutschen sind online – Starker Zuwachs bei den über 60-Jährigen”
So das Ergebnis der ARD/ZDF-Onlinestudie 2011
Quelle: http://www.media-perspektiven.de/6352.html#c23020
• 51,7 Millionen Menschen nutzen das Internet (73,3% der Bevölkerung, 2010: 69,4%)
• 34,5 % der über 60-Jährigen sind online, (+ 23% gegenüber 2010)
• 68,5% Frauen (+ 8%)
• 78,3% Männer (+ 4%) nutzen das Internet.
International nimmt die Anzahl der Nutzer des Internets ebenso stetig zu. Der Erfolgszug von Smartphones und Social Communties unterstützen diesen Trend kräftig.
Status Quo
Es ist für die Verlagswirtschaft keine leichte Zeit. Sinkende Werbeeinnahmen und Auflagen in der Zeitungs- und Zeitschriftensparte, zunehmende Online-Käufe belasten den stationären Buchhandel. Druckereien müssen erfinderisch werden.
Auf der anderen Seite scheint die traditionelle Nutzung von Printmedien gerade bei Büchern ungebrochen. So nimmt der Anteil von ebooks zwar ebenfalls stetig zu, doch ist dieser im Vergleich zu den verkauften Print-Ausgaben noch nicht so groß, dass die Produktion von Printmedien eingestellt werden sollte. Ein Abgesang auf die klassischen Medien wäre wohl verfrüht!
Ein weiterer Aspekt sollte keinesfalls außer Acht gelassen werden: Die technisch-technologischen Voraussetzungen für eine vorwiegend mediale Nutzung von Information, Wissen, Unterhaltung, etc. (Hauptinhalte der klassichen Medien) befinden sich mehr oder weniger noch immer in den Kinderschuhen. Viele Fragen der rechtlichen Rahmen-bedingungen, der intelligenten Datenverarbeitung, Preisbindungen, technische Standards, etc. sind noch nicht geklärt.
Die Digitalisierung der Medienwelt bringt ein enormes Potenzial an Chancen auf neue Gewinne für die Verlagsbranche. Schnellschüsse verschlingen jedoch Ressourcen (Geld, Zeit, Personal) …, welche dann für die Realisierung eines durchschlagenden Geschäftsmodells fehlen.
Herausforderung
Und hier wird es spannend. Denn die eigentliche Herausforderung der Verlagswirtschaft ist die Produktion von Printausgaben, gleichzeitig jedoch die Vorbereitung auf die neue Ära des medialen Publishings.
Voraussetzungen
Dazu ist eine Veraussetzung zwingend notwendig – die konsequente Digitalisierung des eigenen Contentpools. Nicht digitalisierte Contentpools verhindern eine flexibleres und kostengünstigeres Publishing auf weiteren, medialen Kanälen und somit ein hybrides Angebotsportfolio. Doch das heißt wiederum nicht, dass sofort alles vorhandene Material digitalisiert werden muss. Eher sollte ab sofort jedes neue Projekt konsequent und durchgängig digital produziert werden.
Weitere unabdingbare Voraussetzungen sind sehr viel Kreativität und Information.
Um in der digitalen Branche Fuß zufassen, ist es nicht notwendig, sofort eine eigene App zu haben. Vielmehr ist es wichtig, Informationen einzuholen und Planungsszenarien “durchzuspielen und zu rechnen” – die ganz eigene Gewinnformel zu finden.
Wie das gehen kann
Was ist jetzt der richtige Weg, eigene Geschäftsmodelle zu überdenken und in neue Dinge zu investieren. Und was sind diese “Neuen Dinge”?
